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Border Collie
Beschreibung einer faszinierenden Hunderasse
Zum Bild der Schafherde in der Landschaft gehören die Hütehunde,
treue Helfer des Schäfers, ohne deren unermüdliche Arbeit in
vielen Fällen die Haltung der Schafe nicht möglich wäre. In
früheren Zeiten und vielen Gegenden der Erde wurden die
Hirtenhunde hauptsächlich zur Bewachung und zum Schutz der Herde
gebraucht. Kräftige, robuste, etwas verwegene Hundetypen waren
hierzu besonders geeignet. Heutzutage haben die Hütehunde meist
die Aufgabe, eine Herde, oft mehrere Hundert Mutterschafe mit
ihren Lämmern, auf einer bestimmten Weidefläche zu halten. Sie
unterstützen den vorausgehenden Schäfer bei Umtrieb und Marsch zu
Pferch oder Stall auf Wegen und Straßen. Eine wichtige Tätigkeit
dieser Herdenhunde ist das sogenannte Furchelaufen, d. h. das
unermüdliche Patrouillieren auf einer vom Schäfer vorgesehenen
Grenzlinie, über die sie kein Tier aus dem Herdenverband
hinauslassen.
Das Hüten des Border Collies unterscheidet sich von der oben
erwähnten Arbeit seiner Berufskollegen an der Schafherde.
Speziell für das Zusammensuchen verstreuter Schafe in weitem oder
unwegsamem Gelände, das ruhige und schonende Heranbringen und vor
allem für das sogenannte Sheep handling, das präzise Umtreiben,
Abtrennen und Einpferchen kleiner Schaftrupps ist der Border
Collie Spezialist, dessen Fähigkeiten von keiner anderen
Hunderasse erreicht werden. Gerade dieser oft weitgehend
selbständige Umgang mit den Schafen, das instinktive Reagieren auf
das Verhalten der Tiere muten dem Betrachter ungemein intelligent
an. Der unbedingte Gehorsam gegenüber den präzisen Anweisungen
seines menschlichen Hütepartners, selbst auf große Entfernung,
beeindrucken und faszinieren gleichermaßen.
Die Grundlage für sein Verhalten und die Hütefähigkeiten sind dem
Border Collie angeboren. Er ist als Herdengebrauchshund auf der
ganzen Welt anzutreffen. In Skandinavien wird er hauptsächlich für
Rindvieh gebraucht, speziell bei der Mutterkuhhaltung. Hier auf
dem Kontinent sind Border Collies besonders stark in den
Niederlanden verbreitet, in der dort traditionellen
Koppelschafhaltung. In Österreich und der Schweiz werden sie zur
Arbeit auf den Almen eingesetzt und ersetzen dort so manchen
fehlenden Hirten. Durch ihre Hilfe können immer größere Viehzahlen
von immer weniger Hirten den Sommer über auf den Almen betreut
werden. In Frankreich werden sie viel in der Mutterkuhhaltung, bei
Milchziegen und in mit Schafen extensiv bewirtschafteten Gebieten
eingesetzt. Eine interessante Aufgabe haben sie in Polen und
Russland gefunden: Dort wird in den Damtiergehegen mit Border
Collies gearbeitet. Auch Gänse lassen sich von ihnen hüten !
Der Border Collie entstammt den ursprünglichen Schafhunden im
englisch-schottischen Grenzgebiet Borders (border = Grenze). Eine
erste Beschreibung seiner lautlosen, geduckten und behutsamen
Arbeitsweise wurde 1570 niedergeschrieben. 1873 organisierten die
Schaffarmer erstmals einen Hütehunde Wettbewerb (Trial). Seitdem
haben Anzahl und Popularität der Hütewettbewerbe in England,
Schottland, Wales und Irland ständig zugenommen und immer mehr
Hunde sind befähigt, den Trialansprüchen gerecht zu werden.
Die International Sheep Dog Society (ISDS) vertritt in
Großbritannien die Interessen der Border Collie-Züchter und
fördert die Zucht von gut veranlagten Schafhunden. Dabei zählt
allein die Qualität der Schafarbeit bei der Bewertung eines
Hundes.
Seit 1976 vom Kennel Club in London als Rasse für
Ausstellungszwecke anerkannt, fanden Border Collies auch bei uns
ihren Weg in den Ausstellungsring.
Nachdem die FCI diesen Schritt genehmigte, konnte der Club für
Britische Hütehunde e.V. 1978 die zuchtbuchmäßige Betreuung
übernehmen. Die Schirmherrschaft über alle auf dem Kontinent
stattfindenden Trials, insbesondere die Durchführung der
Europameisterschaft, hat aber die britische ISDS.
Die deutschen Schäfer beginnen sich seit den 80er Jahren für den
Border Collie zu interessieren und finden immer mehr Gefallen an
seiner Arbeitsweise und seinem Wesen.
Der Border Collie ist ein Arbeitshund mit außergewöhnlichen
Anlagen und Fähigkeiten, und gerade weil Border Collies lange Zeit
nur nach ihrer Brauchbarkeit zum Schafhüten und nicht nach
bestimmten Zuchtvorschriften eines Zuchtverbandes ausgewählt
wurden, sind sie heute eine einzigartige Hunderasse, relativ
anspruchslos und gesund. Der Border Collie ist vor allem ein
ungemein nützlicher, nahezu unentbehrlicher Helfer der
Schafzüchter, die Schafe waren der Zweck seiner Haltung.
Heutzutage gibt es durchaus Leute, die die Sache auf den Kopf
stellen und Schafe wegen des Hundes halten. Verständlich, wenn man
von den Anlagen und Fähigkeiten des Hundes begeistert ist, und ihm
Gelegenheit bieten möchte, seiner Passion nachzugehen.
Da jetzt zunehmend mehr Border Collies als reine Familien- und
Freizeithunde gehalten und auf Schönheitsausstellungen bewertet
werden, ist zu hoffen, dass die Rasse insgesamt ihre Qualität und
Befähigung zur Hütearbeit behält. Die Arbeitsgemeinschaft Border
Collie Deutschland e.V hat sich die Erhaltung der faszinierenden
Arbeitseigenschaften des Border Collies zum Ziel gesetzt. Als
reine Show- oder Moderasse würden die typischen Eigenschaften des
Border Collies (wie bei so vielen Rassen) ruiniert werden. Wenn
Sie sich einen Border Collie für die Arbeit am Vieh anschaffen
wollen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass dieser von
arbeitenden Eltern abstammt.
Unter der Anleitung erfahrener Ausbilder kann der Border
Collie-Besitzer mit seinem Hund die Grundlagen der Arbeit an
Schafen auf sogenannten Hüteseminaren erlernen.
Die Hütewettbewerbe dienen in erster Linie dazu, die Anlagen und
Fähigkeiten der Hunde zu erkennen. Hier können die Border Collies
kritischen Betrachtern ihre Fähigkeit zeigen, mit Schafen
umzugehen. Unter weitgehend konstanten Bedingungen und bei
vergleichbaren Aufgaben können die Hunde untereinander verglichen
und die besten ermittelt werden.
Außerdem bereiten die Wettbewerbe den Besitzern und vor allem auch
ihren arbeitseifrigen Hunden große Freude. Es ist eine spannende
Aufgabe für den menschlichen Hütepartner, die Verhaltensweisen und
Reaktionen von Schafen und Hund richtig einzuschätzen und im
richtigen Augenblick die richtigen Anweisungen zu geben. Zu guter
Letzt bieten Border Collie-Hütewettbewerbe dem Zuschauer, der sich
eine Empfänglichkeit und Freude am ursprünglichen natürlichen
Verhalten frei agierender Tiere bewahrt hat, ein unvergessliches
Erlebnis. Es ist schon faszinierend, wie die Spitzenhunde mit den
Schafen arbeiten, wie sie mit ihren menschlichen Partnern
harmonisch zusammenwirken, wie sie präzise Signale unverzüglich
gehorsam befolgen.
Für diese einzigartige Schafarbeit ist der Border Collie mit
Klugheit, Leichtführigkeit und großem Arbeitseifer ausgestattet.
Diese Eigenschaften, zusammen mit einem liebenswürdigen,
freundlichen Wesen, zeichnen den Border Collie vor allem aus und
sind eine ständige Freude für die Menschen, die mit ihm
zusammenarbeiten.
Der Border Collie ist ein faszinierender Hund. Von mittlerer Größe
(Rüden ca. 53 cm, Hündinnen darunter), das Fell lang- oder
kurzhaarig, meist schwarz mit weißen Abzeichen, aber auch tricolor,
braun-weiß oder blue-merle, ist er sehr pflegeleicht, robust und
gesund. Er ist aufmerksam, klug und sehr lebhaft. Er hat, bei
entsprechender Erziehung, einen guten, anhänglichen Charakter.
Obwohl er ein temperamentvoller und aktiver Hund im Gelände ist,
verhält er sich im Haus und in der Öffentlichkeit angenehm und
ruhig. Sensibilität und Neugier vereinen sich in ihm zu einem
vorsichtigen Verhalten allem Unbekannten gegenüber, doch er
beweist seinen Mut oft genug an widerspenstigem Vieh.
Ist er vom Arbeitseifer ergriffen, zieht er die Rute oft bis unter
den Bauch - ein Zeichen höchster Konzentration und Angespanntheit.
Seine Lernfreudigkeit, seine Leichtführigkeit und Klugheit, seine
Begeisterung für Arbeit sind einmalig! Der unbedingte Gehorsam und
die Bereitwilligkeit, seinem Herrn alles recht zu machen, führen
ihn oftmals bis an die Grenzen seiner Kräfte.
Um einen Border Collie in seiner Gesamtheit bewerten zu können,
muss man ihn in freier Bewegung bei seiner Hütearbeit gesehen
haben.
Zum Schluss sei gesagt:
Der Border Collie ist ein anspruchsvoller Hund, da er von seinem
menschlichen Partner sowohl praktische als auch geistige Aufgaben
erwartet und eine konsequente Führung, (sprich: Erziehung),
beansprucht In unverständigen Händen kann er verdorben werden.
Vielleicht mehr als bei anderen Hunderassen kann sein sensibles,
intelligentes Wesen hysterisches Fehlverhalten entwickeln, so dass
seine guten Anlagen verkümmern und er zum Tyrann seiner Umgebung
wird.
Darum, wer immer sich für einen Border Collie entscheidet, sollte
wohl überlegen, ob er den Ansprüchen dieses Hundes gerecht werden
kann.
Quelle: (http://www.fh-friedberg.de/users/dobra/border.htm)
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